Zusammenhalt stärken - Mut machen!
Ende 2024 haben wir damit begonnen einen neuen Förderbereich aufzubauen, mit dem wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt hier bei uns in Deutschland stärken wollen. Ein Schwerpunkt unserer Mittelvergabe wird in den kommenden Jahren in den ostdeutschen Bundesländern liegen.
Unser Angebot richtet sich an jene, die sich in der Gemeinschaft einbringen wollen. Wir suchen Engagierte, die aus ihren Vereinen heraus Ideen entwickeln, um das Zusammenleben in ihrem Stadtviertel, ihrer Gemeinde, ihrem Dorf konkret zu verbessern.
Beispielsweise durch
- wiederkehrende Veranstaltungsformate und Mitmachprojekte, die Raum für Dialog anbieten – mit dem Ziel, der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken;
- den Aufbau neuer Begegnungsräume und Bezugspunkte in der Gemeinde oder im Stadtviertel mit dem Ziel gleichermaßen Heimatverbundenheit, Integration und Engagement zu stärken und sich gegen jede Form der sozialen Ausgrenzung und des politischen Extremismus zu stellen;
- reale oder digitale Formen der Nachbarschaftshilfe mit dem Ziel, Verständnis zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen und Interessen aufzubauen;
- die bessere Vernetzung des eigenen Vereins, etwa über eine Anbindung an bereits vorhandene Strukturen in größeren Städten.
Mit dem neuen Förderbereich wollen wir insbesondere auch Projekte für Jugendliche in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands unterstützen. Junge Menschen benötigen hier mehr Mutmacher und individuelle Wertschätzung, noch bessere berufsvorbereitende Angebote, um ihre Talente zu entdecken oder um sich z.B. in handwerklichen Disziplinen auszuprobieren. Sie brauchen oft schlicht Räume, wo sie sich in ihrer Freizeit mit Freunden treffen und eigene Ideen und kreative Projekte entwickeln können.
Damit sie sich akzeptiert fühlen und bereit werden, für sich selbst und als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.
Neue Projekte 2025
DER FLOW FUND
Das Projekt wurde 2024 von der Schöpflin Stiftung und der Kinnings Foundation ins Leben gerufen. Ziel des Flow Funds ist es, in den ostdeutschen Bundesländern den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Teilhabe zu fördern.
Der Flow Fund 2024/25 startete mit neun gut vernetzten "Brückenbauerinnen" aus verschiedenen Regionen in Ostdeutschland, die schon Erfahrungen als zivilgesellschaftliche Akteure gesammelt hatten. Jeder dieser jungen Freiwilligen erhielt nach einem Einführungsseminar 25.000 Euro, die sie frei und nach eigenem Ermessen an gemeinützige Projekte verteilen durften. Nur Organisationen mit denen die Teilnehmenden beruflich oder privat eng verbunden sind, waren als Empfänger von Zuwendungen ausgeschlossen.
Begeistert schlüpften die neun "Flow Funder" während des sechsmonatigen Vergabeprozesses in ihre ungewohnte Rolle. Plötzlich waren sie auf der anderen Seite - als Geldgeberinnen! Und sie machten dabei die Erfahrung, dass Entscheidungen über die Mittelvergabe, gar nicht so einfach sind. Über ihre Förderstrategie, Vergabekriterien oder auch rechtliche Fragen konnte sich die Gruppe in moderierten Reflexionsformaten austauschen und Rat von Experten erhalten. Für ihren Zeitaufwand erhielten die Flow Funder ein Honorar in Höhe von 5000 Euro.
Fazit aller Beteiligten aus dem Pilotprojekt: Es hat viel Spaß gemacht, die neun Flow Funder haben 225.000 Euro an 42 Initiativen verteilt und dabei einiges gelernt. Ab September 2025 unterstütz der erste Jahrgang eine nächste Generation Flow Funder dabei, eigene Entscheidungen zu treffen, wo ihr Fördergeld am meisten Wirkung entfaltet.
Wir freuen uns auf dieses tolle Projekt! Die AGS fördert mit ihrem Beitrag einen Flowfunder/eine Flowfunderin aus dem Jahrgang 2025/26.
"YOUR TURN" IN DRESDEN
Auch beim Programm "Your Turn" der Common Purpose gGmbH geht es darum, junge Menschen zu ermutigen, sich gesellschaftlich zu engagieren. Mindestens sechs Dresdner Schulen nominieren dafür insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler aus den 8. bis 10. Klassen. Diese bunt gemischte Gruppe trifft während eines dreitägigen Workshops auf 15 Führungskräfte aus den Feldern Wirtschaft, Verbände und Verwaltung. Mit den Referenten diskutieren die Jugendlichen in kleineren Teams über Leitfragen wie: Wo können wir überhaupt etwas bewirken? Welche Ideen haben wir für z.B. eine nachhaltigere Stadt, eine gerechtere Schule oder einen lebenswerteren Stadtteil? Und wie könnten wir dauerhaft mehr Verantwortung und Engagement übernehmen?
Zum Workshop gehören auch Besuche in einigen Unternehmen der eingeladenen Führungskräfte. Am Ende des Seminars präsentieren die Schüler-Teams ihre Ergebnisse schließlich einem größeren Publikum. Hier geht es weniger um revolutionäre Engagement-Ideen, sondern darum, dass die Teilnehmenden mehr Selbstbewusstsein und Handlungskompetenz gewonnen haben - wichtige Voraussetzungen für ihr späteres berufliches und gesellschaftlichem Engagement.
Die Alexander Gruner Stiftung finanziert den Your Turn-Workshop Mitte November 2025 in Dresden. Wir werden berichten.
MOBILE JUGENDARBEIT IN WEISSWASSER
Der Verein Mobile Jugendarbeit und Soziokultur e.V. im sächsischen Weißwasser bietet in Holz- und Metallwerkstätten schulbegleitende Lernmodule an. Hier können Schülerinnen und Schüler Freude am handwerklichen Arbeiten entdecken und in den Grundkursen im Holz und Metallbau erste Kompetenzen in Bereichen wie z.B. CAD, 3D-Druck, Fräsen, Schweißtechnik, Laser- und Plasmaschneiden aufbauen.
Der Verein arbeitet in enger Kooperation mit Schulen aus der Region. Unter den Teilnehmenden sind benachteiligte und schulabsente Jugendliche ab 12 Jahren und junge Erwachsene, die durch die Angebote der Werkstätten ermutigt werden sollen, sich um eine Ausbildung im Handwerk zu bewerben. Neben den werktechnischen Kenntnissen geht es immer auch um die Stärkung von Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen, Eigeninitiative und Kommunikationsfähigkeit.
Die AGS finanziert im Förderjahr 2025 die Aufstockung von zwei schon vorhandenen Handwerkerstellen in Vollzeit und weitere Sachmittel für die Werkstätten.