SAMBIA Climate Village Lab

Ein Pilotprojekt für nachhaltige Landwirtschaft und Klimaschutz

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Über das Projekt

Wenn Mensch und Natur in Konflikt geraten, braucht es innovative Lösungen. Elefanten, die Felder zertrampeln, Ernteausfälle durch den Klimawandel – all das erschwert das Leben der oft bitterarmen Farmerfamilien in Sambia. Das im Juni 2025 gestartete "Climate Village Lab" wird fünf Jahre lang drei sambische Dörfer darin unterstützen bessere Ernteerträge zu erzielen, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und daraus zusätzliches Einkommen zu generieren. Der Physik-Nobelpreisträger und Klimaexperte Prof. Dr. Klaus Hasselmann hat den Anstoß für das Projekt gegeben, der Verein GEO schützt den Regenwald führt es mit dem Kooperationspartner in Sambia, Conservation Lower Zambezi, hauptverantwortlich durch.

Nachhaltige Dorfentwicklung schützt auch das Klima

Die Dörfer Mugurameno (368 Haushalte), Chimusabo (100 Haushalte) und Kamambo (94 Haushalte) liegen im Süden von Sambia, in unmittelbarer Nähe des Sambesi-Flusses. Die meisten Menschen leben hier von den Erträgen aus der Landwirtschaft. Doch es gab zuletzt mehrere Dürrejahre in Folge, 2024 fiel die Ernte sogar komplett aus. Ihren Einkommensverlust kompensieren die Familien, indem sie illegal Holzkohle produzieren und weiterverkaufen. Sie zerstören dafür die wenigen verbliebenen Waldflächen, was wiederum den Klimawandel verstärkt und weitere Dürrejahre wahrscheinlicher macht.

Das Climate Village Lab verfolgt in diesem Problemkreislauf verschiedene Lösungsansätze, die sich im Zusammenwirken verstärken sollen. Maßnahmen wie eine Tröpfchenbewässerung der Felder, der Anbau klima-resilienter Sorten und die Installation von elektrischen Zäunen zum Schutz vor Wildtieren werden zukünftig Ernteerträge der Bauern steigern. Im Gegenzug verzichten die teilnehmenden Familien auf die Holzkohleproduktion.

Auf entwaldeten Flächen innerhalb der Dorfgrenzen werden nun neue, gemeinschaftliche Agroforst-Flächen angelegt (0,25 Hektar pro Haushalt). Hier sollen geeignete Gemüsesorten und Mango- und Avocadobäume wachsen, ihre Früchte zusätzliches Einkommen schaffen. Alle messbaren Erfolge dieser Agroforst-Kooperativen werden wiederum durch Einzahlungen in die von Dorfkomittees selbstverwalteten neuen Village Climate Funds belohnt.

Ein Teil der bereits degradierten Waldgebiete wird zukünftig von der Nutzung komplett freigehalten. Zum Schutz vor weiterer Abholzung werden die Areale elektrisch eingezäunt, die langsame Erholung des Ökosystems durch ein wissenschaftliches Monitoring überwacht. Eine vorab vereinbarte Zahlung in den Village Climate Fund des Anrainer-Dorfes belohnt jede Zunahme von Biomasse.

Und schließlich verbessert das Climate Village Lab das Alltagsleben in den teilnehmenden Communities, da jeder Haushalt Zugang zu Elektrizität erhält.

Wie erfolgreich das Climate Village Lab zur Reduzierung von Treibhausgasen und zur nachhaltigen Entwicklung der Dörfer in Sambia beiträgt, wertet ein wissenschaftliches Forschungsprojekt aus. Es evaluiert die wirtschaftlichen und ökologischen Effekte in den Pilot-Dörfern über die fünf Jahre Laufzeit. Zeigt das Projekt den erwarteten Erfolg, kann es national und international skaliert werden.

Die Alexander Gruner Stiftung ist einer der Hauptförderer des Climate Village Lab-Projekts.