SIMBABWE Gogo Olive

Eine Strick-Charity hilft Frauen
zurück ins Leben

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Über das Projekt

Die Schottin Julie Johnston betreute 2007 während ihres Freiwilligen-Jahres in Simbabwe Frauen, die im Gefängnis von Mutare ihre Haftstrafe absaßen. Viele von ihnen strickten sehr geschickt mit selbstgebastelten Drahtnadeln. Julie ließ sich die Strickarbeiten zeigen, sie selbst kommt von den Orkney Inseln, wo das Stricken eine lange Tradition hat. Und als die Frauen sie fragten, ob Julie ihre Strickwaren nicht in Europa verkaufen könnte, ließ sie der Gedanke nicht mehr los.

Zurück in der Heimat entwarf sie Strickmuster von afrikanischen Tieren und gründete den gemeinnützigen Verein "Gogo Olive". Bereits ein Jahr später eröffnete Julie mit mehreren Freundinnen in Mutare das Atelier mit Strickwerkstatt zur Resozialisierung von ehemals inhaftierten Frauen.

Seitdem verkauft das Gogo-Olive-Team erfolgreich die bunte Kollektion aus Kuscheltieren, Schlüsselanhängern und Fingerpuppen - und verschafft damit den simbabwischen Strickerinnen einen sicheren monatlichen Lohn und neues Selbstwertgefühl.

Doch das Projekt ist längst mehr als nur eine Strick-Charity.

Wenn Frauen den Faden aufnehmen - für mehr Unabhängigkeit

Was 2008 zunächst als kleines Projekt mit sechs Strickerinnen im Städtchen Mutare an der Grenze zu Mosambik startete, hat sich zu einem festen Kreis aus etwa 50 Frauen entwickelt. Alle in der Gruppe haben eine Haftzeit hinter sich, die meisten wurden wegen kleinerer Delikte wie Diebstahl verurteilt. Sie treffen sich an ein bis zwei festen Tagen pro Woche im großen Atelier von Gogo Olive, wo sie fertige Stricktiere abliefern und neue Aufträge bekommen, aber auch psychosoziale Beratung oder praktische Hilfestellungen erhalten - beispielsweise für Behördengänge.

Gogo Olive bietet den Frauen neben dem so wichtigen verlässlichen Verdienst (der in US-Dollar ausbezahlt wird) eine Gemeinschaft, in der sie Freundschaften schließen, Selbstvertrauen aufbauen und Stabilität für ihr Leben finden. Viele sind Alleinerziehende, die es dadurch besonders schwer haben einen Job zu finden. Ihre Strickarbeiten können sie abends zuhause oder in den Pausen anderer Jobs fertig machen. Von den langjährigen Teilnehmerinnen arbeiten mehrere im Projektleitungsteam mit.

Der erwirtschaftete Gewinn fließt zwar zurück in das soziale Projekt. Doch die Einnahmen aus den letzten Jahren reichten nicht aus, um ein dringend benötigtes "Safehouse" im Garten des Ateliers zu errichten. Immer wieder kommt es zu dramatischen Notlagen, in denen einzelne Frauen und ihre Kinder befristet auf einige Monate untergebracht werden müssen. Wegen eines gewalttätigen Ehemanns oder auch, weil sie nach der Entlassung aus dem Gefängnis keine Unterkunft haben und auf der Straße landen würden.

Aus den Fördermitteln der AGS konnte im August 2024 eine Erweiterung an das kleine Hausmeisterhaus im Garten des Ateliers angebaut werden. Jetzt gibt es dort zusätzlich zwei Schlafzimmer, ein Gemeinschaftsbadezimmer und eine überdachte Veranda. Und weil die Baukosten unter den Erwartungen blieben, konnte das Gogo Olive Team sogar noch Mobiliar von unserer Zuwendung finanzieren.