MOSAMBIK Gorongosa Projekt

Naturschutz als Entwicklungsmotor - Bildungsprojekte insbesondere für Mädchen und Frauen

Zum Inhalt

Über das Projekt

Manchmal genügt ein Mensch, um etwas richtig Gutes anzustoßen. Der amerikanische Unternehmer und Philanthrop Greg Carr ist so einer. Seine Vision: den im Bürgerkrieg zerstörten Gorongosa Nationalpark im Herzen von Mosambik wieder aufzubauen. Als es ihm 2008 gelang, eine Public-Private-Partnership mit der Regierung Mosambiks zu unterzeichnen, war das "Gorongosa Projekt" (GP) geboren. Seitdem schafft Carr mit seiner Stiftung und einem Team aus Wissenschaftlerinnen und Mitstreitern die Bedingungen, damit sich in dem riesigen Naturschutzgebiet nicht nur fast ausgerottete Tierpopulationen erholen, sondern auch viele der am Rande des Parks lebenden Menschen neue Jobs und Perspektiven erhalten.

Von heute mehr als 1000 Mitarbeitenden des Nationalparks sind 99 Prozent Einheimische, die Hälfte von ihnen Frauen. Das Gorongosa Projekt ist bei weitem der größte Arbeitgeber in der Region. Vor allem Familien profitieren stark von neu errichteten Schulen und Förderprogrammen für Kinder und Jugendliche. Rund zwei Drittel des gesamten Gorongosa-Etats fließen in Projekte für bessere Bildungs- und Gesundheitsversorgung der rund um den Nationalpark lebenden Bevölkerung.

Seit Beginn der Kooperation mit dem GP im Jahr 2019 fördert die Alexander Gruner Stiftung (AGS) Bildungsprojekte speziell für Mädchen und Frauen. 2022 und 2024 haben wir die neuen Einrichtungen, unsere Stipendiatinnen und die Verantwortlichen in Gorongosa besucht und waren beide Male begeistert von den vielen Fortschritten. Unsere nächste Reise nach Mosambik ist für 2026 geplant.

Kurz und aktuell

1.227 jugendliche Mädchen haben im Jahr 2024 von der pädagogischen Nachmittagsbetreuung an den 25 Standorten der Girls Clubs rund um den Gorongosa Nationalpark profitiert.

Am Programm der drei von der AGS finanzierten Girls Clubs in Inhaminga nehmen aktuell 120 Schülerinnen teil - und zusätzlich auch 30 Jungs! Was zunächst widersprüchlich klingt, hat gute pädagogische Gründe, wie wir weiter unten erklären.

Im Schuljahr 2024 gab es in "unseren" drei Girls Clubs keinen einzigen Fall von Schulabbruch wegen Schwangerschaft oder früher Verheiratung, das ist ein großer Erfolg. Im Schuljahr 2023 wurde zuletzt eine Girls Club-Teilnehmerin schwanger, sie hat die Schule abgebrochen.

Das Early Childhood Care and Development-Programm (ECD) für Kinder im Vorschulalter bietet jetzt doppelt so viele Plätze wie bei seinem Start 2021. 2025 können 210 Kinder an den drei von der AGS in Inhaminga finanzierten Standorten spielen und lernen. Sie erhalten dort an allen Betreuungstagen eine gesunde Mittagsmahlzeit.

Unsere aktuelle Universitäts-Stipendiatin Hilaria Limpo studiert schon im dritten Jahr Forstwissenschaften an der Unilurio Universität in der Provinz Niassa. Sie wird im nächsten Jahr fertig sein, wenn alles gut läuft.

Überblick: Das Gorongosa Projekt

Naturschutz und Armutsbekämpfung sind zwei Zielsetzungen, die beim Gorongosa Projekt zusammen gehören und die sich verstärken sollen: „Der Mensch kann ohne intakte Natur langfristig nicht leben“, sagt Greg Carr. „Aber umgekehrt hat auch die Natur keine Chance, wenn die Menschen nicht verinnerlicht haben, wie wertvoll sie ist." Eine Philosophie, die den Schutz von Löwen, Elefanten und uralten Miombo-Wäldern mit den wirtschaftlichen Interessen und Initiativen für Bildung und Gesundheitsvorsorge der 200.000 Menschen verbindet, die rund um den Nationalpark leben.

Der Nationalpark von Gorongosa...

...umfasst eine Fläche von der Größe des Ruhrgebiets mit atemberaubend schönen Landschaften. Das Schwemmland rund um den Lake Urema ist ein Paradies für Nilpferde, Wasservögel und die riesigen Nilkrokodile. Löwen, Leoparden und Wildhunde bevorzugen die weiten Savannen zum Jagen, während sich Büffel- oder Elefantenherden gerne in die dichten Wälder zurückziehen. Der weitaus größte Teil des Nationalparks ist für Besucher unzugänglich. Zur jährlichen Inventur des Tierbestands oder für Forschungsexpeditionen müssen Teams aus Wissenschaftlern und Rangern mit dem Hubschrauber in der Wildnis abgesetzt werden.

In den 1960er Jahren lockte Gorongosas Artenreichtum wohlhabende Touristen zum mondänen Safari-Abenteuer in die portugiesische Kolonie. Doch dann versank das Land nach der Unabhängigkeit Mosambiks 1975 für zwanzig Jahre in einem blutigen Bürgerkrieg. Die Frontlinie verlief ausgerechnet durch das Gebiet des Nationalparks, der von Wilderern regelrecht ausgeschlachtet wurde.

Heute kann man in leuchtenden Hainen aus Fieberbäumen und riesigen Baobabs wieder Warzenschweinfamilien und große Herden von Impalas, Gnus oder Wasserböcken beobachten. Vogelliebhaber entdecken hier eine Vielzahl von Arten, die es sonst nirgendwo in Afrika gibt. Nur für Begegnungen mit Raubkatzen oder Elefanten braucht es etwas Glück. Noch ist der Großwildbestand nicht annähernd auf die Dichte von einst angewachsen.

Finanziert wird das GP maßgeblich von der Carr Foundation, aber auch von internationalen Partnern, wie beispielsweise USAID, Irland, Kanada, Portugal, Norwegen oder der EU und vielen kleineren und mittelgroßen Unterstützern wie der Alexander Gruner Stiftung.

Viele der Menschen, die rund um den Park leben, sind Subsistenzfarmer und können kaum von den Erträgen ihrer Arbeit existieren. Kinder müssen oft zuhause kleinere Geschwister betreuen oder auf den Feldern mithelfen anstatt zur Schule zu gehen. Vor allem Mädchen werden hier traditionell früh verheiratet, denn die Ehemänner zahlen für die Braut eine Mitgift. Zwar sind in Mosambik seit 2019 Eheschließungen unter 18 Jahren per Gesetz verboten. Doch Kinderehen und frühe Schwangerschaften beenden immer noch für jedes zweite minderjährige Mädchen die Schullaufbahn – und verschließen damit den Weg aus der Armut.

Mädchen müssen zur Schule gehen dürfen! Nur so retten wir unseren Planeten.
Greg Carr, Gründer des Gorongosa Projekts

Gorongosas "Girls Clubs"

Für die Verantwortlichen im Gorongosa Projekt stand zu Beginn fest: Die Mädchen- und Frauenbildung ist der größte Hebel bei der Armutsbekämpfung in der Region. Es bedurfte aber neuer Strategien, um die Mädchen möglichst lange in der Schule zu halten. Denn im Landesdurchschnitt von Mosambik lernen drei von vier Mädchen in ihrer kurzen Schulzeit nicht einmal richtig lesen.

Seit 2016 betreibt das GP die ersten Girls Clubs an Schulen, ein Programm, das seitdem stetig ausgebaut wurde und uns überzeugt hat. Die Girls Clubs bieten ein pädagogisches Nachmittagsangebot für jeweils 40 Mädchen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren. Die Gruppenleiterinnen geben Nachhilfeunterricht in den Kernfächern. Sie sprechen mit den Mädchen aber auch über Themen wie Menstruation, Sexualität und Verhütung, über Biodiversität und Naturschutz. Sie diskutieren in der Gruppe über universale Kinderrechte und vermitteln im Einzelfall bei Problemen innerhalb der Familien. Safari-Ausflüge, Sport- und Ferienangebote ergänzen das Programm. Einige Mädchen machen auch Praktika im Park und erhalten Einblick in neue Berufsfelder.

Das Konzept der Girls Clubs hat sich bewährt. Das GP hat damit schon rund 43.000 Kinder in 100 Grundschulen in der Pufferzone des Nationalparks erreicht. Trotz der Erfolge wird das pädagogische Konzept stetig weiterentwickelt. Eine der Neuerungen: Inzwischen werden in jedem Girls Club zusätzlich zehn Jungen aufgenommen. Denn es hat sich gezeigt, dass die Teilnahme von besonders meinungsstarken Jungs aus den Klassen dazu führt, dass diese Verständnis für "Mädchenthemen" entwickeln, sie sich solidarischer verhalten und diese Haltung auch an ihre Mitschüler weitergeben.

Förderung neuer Girls Clubs durch die AGS

In Absprache mit Greg Carr und der Human Development-Abteilung des GP entschieden wir vor fünf Jahren, dass wir unsere Hilfe an einem Ort konzentrieren wollen, wo bisher noch keine Mittel ankamen: in der etwas abgelegenen Distrikthauptstadt Inhaminga.

Mit den Zuwendungen der AGS konnten in Inhaminga binnen weniger Monate drei Girls Clubs an den Grundschulen "EB de 11 de Novembro", "EPC 25 de Setembro" und "EB de Inhaminga" aufgebaut werden. Alle drei Schulen haben einen hohen Mädchenanteil, von denen leider noch zu viele die Schule abbrechen. In Mosambik werden Kinder oft erst ab dem Alter von neun oder zehn Jahren eingeschult, es gibt sechs Klassenstufen.

Auch für die Girls Clubs der AGS wurden die 40 Mädchen ab dem Alter von zehn Jahren nach bestimmten Kriterien (z.B. Gefahr der frühen Verheiratung, Förderbedarf) ausgesucht. Die ersten Gruppenleitungs-Teams aus einem weiblichen und einem männlichen "Promoter" durften erst nach einem intensiven Vorbereitungs-Workshop die Schülerinnen betreuen. Sie unterrichten nach einem Curriculum, in dem neben schulischen Inhalten auch Alltagsthemen, Sexualkunde, Gendergerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz behandelt werden.

Die Ergebnisse aus dem Schuljahr 2024 sind erfreulich: Zwar haben 21 Jugendliche im vergangenen Schuljahr die Girls Clubs verlassen, doch in allen Fällen war der Grund ein Umzug der Familien in andere Dörfer oder Distrikte. Es gab im vergangenen Schuljahr keinen einzigen Schulabbruch aufgrund von Zwangs- und Kinderheirat oder einer frühen Schwangerschaft.

Alle Schülerinnen und Schüler haben zudem die Prüfungen am Semesterende bestanden. Die folgende Tabelle zeigt die Alters- und Geschlechterverteilung in den drei Clubs für das aktuelle Schuljahr 2025:

Promoter und Patinnen als Leitungsteams

Meistens bewerben sich Highschool-Absolventinnen aus der Pufferzone des Parks auf die Promoterstellen in den Girls Clubs. Für die jungen Frauen und Männer ist der Job auch eine Gelegenheit, den Schülerinnen ein gutes Vorbild zu sein, ihr Wissen weiterzugeben und erste Lehr-Erfahrungen zu sammeln. In einer Fortbildung im Mai 2025 erhielten alle Promoter Einblick in das neue Curriculum, das einen besonderen Schwerpunkt auf der Verbesserung von Lese- und Rechenkenntnissen der Schülerschaft legt.

Neben den Promotern gehören zu allen Girls Clubs die „Madrinhas“ (Patinnen). Es sind meistens ältere Frauen, die von den Dorfgemeinden vorgeschlagen werden. Sie arbeiten ehrenamtlich und werden wie die Promoter vom GP in Seminaren auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Jede Madrinha betreut vier nicht mit ihr verwandte Mädchen und spricht mit ihnen über Themen, die die Schülerinnen mit dem Beginn der Pubertät beschäftigen und die sie nicht mit Familienangehörigen klären wollen. Die Madrinhas sollen aber auch ihre Dorfgemeinschaft über die UN-Kinderrechte und die Gefahr von Kinderehen aufklären und in extremen Fällen der Schule und dem GP Verstöße gegen diese Rechte melden.

Als Anerkennung für ihren Einsatz erhalten sie zum Start eine eigene Schulbekleidung und regelmäßig Lebensmittel wie Reis, Salz, Öl, Zucker etc. geschenkt. Sie können außerdem zwei Fahrräder und ein Handy mitbenutzen, womit jeder Girls Club ausgestattet ist.

Das AGS High School-Stipendium

Für eine Gruppe von 20 besonders begabten Schülerinnen finanziert die Alexander Gruner Stiftung seit 2021 Stipendien, damit sie die weiterführende Schule besuchen können. Nur 11 Prozent aller Mädchen in Mosambik gehen überhaupt auf eine weiterführende Schule, auf dem Land ist die Quote noch deutlich geringer.

Die Escola Secundaria de Inhaminga ist die einzige High School im Ort. Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis zwölf gibt es viel zu wenige Klassenräume, deshalb müssen sie in drei Schichten zwischen 8 und 22 Uhr unterrichtet werden.

Alle 20 Stipendiatinnen der AGS konnten die ersten beiden High School-Jahre mit Erfolg absolvieren. Auf dem Gruppenbild von 2022 sind sie in der achten Klasse. Die Mädchen wirkten damals noch schüchtern, doch ihre Berufswünsche waren bereits ambitioniert: Sie wollten am liebsten Anwältin, Ärztin, Krankenschwester oder Lehrerin werden.

2024 mussten dann zwei Schülerinnen die Schule wegen Schwangerschaft abbrechen. Ihre Plätze konnten zwei Nachrückerinnen übernehmen. Die beiden jungen Mütter sollen später wieder in das Programm aufgenommen werden, damit auch ihnen der Schulabschluss gelingt.

Dem Foto von unserem Besuch im Sommer 2024 sieht man an, dass die jungen Frauen selbstbewusst geworden sind und dass sie sich in der Gruppe wohl fühlen. Auf unsere Frage, was sie sich wünschen würden, hieß es: Am liebsten möchten wir in der Schule übernachten! Ein Internatsprogramm würde vielen von ihnen den täglichen langen Fußweg ersparen. Wir arbeiten noch daran - vielleicht für die nächste Runde Stipendiatinnen.

Ein besonderes Programm für unsere Stipendiatinnen war übrigens die Veranstaltung „To Be a Scientist“ am 10. November 2024. Die Zielsetzung: Mädchen in den MINT-Fächern zu ermutigen und ihre Neugierde für bisher von Männern dominierte Berufe zu wecken.

Das AGS Universitäts-Stipendium

Mit einem Stipendium für besonders talentierte Studentinnen wollen wir jungen Frauen aus der Region um den Nationalpark auch eine akademische Ausbildung ermöglichen. Unsere erste Universitäts-Stipendiatin war die heute 28jährige Diolinda Felix Mundoza. Sie begann 2016 ein Praktikum im Gorongosa Nationalpark, entdeckte ihre Leidenschaft für die Vogelkunde und studierte in Chimoio am Polytechnic Institute Manica Ökotourismus und Wildlife-Management.

Die AGS hat für Diolinda die Studienkosten ab ihrem zweiten Jahr in Chimoio übernommen. Seit ihrem erfolgreichen Abschluss arbeitet Diolinda als Labortechnikerin mit im Team des Nationalparks.

Diolindas Nachfolgerin, Muanassa, eine ebenfalls vielversprechende Studienanfängerin, hatten wir noch 2022 gemeinsam mit der Human Development-Abteilung des Gorongosa Projekts ausgewählt. Doch im März 2023 informierte uns das GP-Team, dass trotz intensiver Überzeugungsarbeit Muanassas Eltern leider entschieden hatten, ihre Tochter müsse das Studium unterbrechen und bis 2024 zuhause mitarbeiten, um den Ernteertrag zu verbessern. Muanassa selbst wollte sich nicht gegen ihre Eltern stellen. Ihr Stipendium mussten wir daher neu ausschreiben.

Mit Hilária Gabriel Limpo haben wir eine engagierte Nachfolgerin gefunden. Während ihres achtmonatigen Praktikums im Gorongosa Scientific Department im Jahr 2022 (siehe das Foto unten) hat Hilária viel Ehrgeiz, eine schnelle Auffassungsgabe und großen Einsatz und Begeisterung bei der Feldforschung bewiesen. Sie wollte danach unbedingt studieren und schaffte die Aufnahmeprüfungen an gleich drei verschiedenen Universitäten. Ohne ein Stipendium hätte sie ein Studium jedoch nicht finanzieren können. Ihre Mutter ist alleinerziehend, muss sich sehr mühen die Familie überhaupt durchzubringen.

Das Stipendium der AGS ermöglicht es Hilária sich voll und ganz auf ihr Fach "Forestry Engineering" an der Unilurio Universität in der Provinz Niassa zu konzentrieren. Sie hat ihr zweites Jahr an der Universität erfolgreich gemeistert und engagiert sich auch abseits des Campus für verschiedene Projekte.

Frühförderung mit Vorschulprogramm

Ebenfalls aus Fördermitteln der AGS enstand ab Sommer 2022 auf dem Gelände der Grundschule EPC de Ceta ein erster Vorschulkindergarten in Inhaminga. Das Konzept ist im ländlichen Mosambik weitgehend unbekannt und musste den Familien erst einmal nahegebracht werden.

Der Kindergarten soll Kinder ab dem Alter von etwa vier Jahren spielerisch auf die Schule vorbereiten und ihnen vor allem schon vor dem Schulstart Portugiesisch-Sprachkenntnisse vermitteln. Denn fast alle Kinder in Inhaminga sprechen als Muttersprache Ndau, eine der über 30 indigenen Sprachen Mosambiks.

Immer mehr Familien zeigten seitdem Interesse an dem neuen pädagogischen Angebot. Zumal die Kinder auch ein gesundes Mittagessen bekommen. Im Sommer 2023 gab es an dem ersten Standort bereits Anmeldungen für über 100 Kinder.

Das ECD Maguiguana ist seit Anfang 2025 eröffnet, das dazu gehörende Spielgelände wird von den Kindern schon fleißig genutzt. Bis Ende Oktober 2025 soll auch der Bau des Unterrichtsraums und einer Küche am ECD "11 de Novembro" fertig sein. Keines der von offiziellen medizinischen Teams untersuchten Vorschulkinder an unseren Standorten zeigte übrigens Anzeichen von Mangelernährung.

2025 gibt es schon drei Vorschulkindergärten in Inhaminga mit 210 Kindern, davon 137 Mädchen. Ein weiterer Standort ist in Planung. Vier Jahre nach dem Start des ECD-Programms zeichnet sich deutlich ab, dass die Kinder dank der frühen Förderung bessere Leistungen in der Schule zeigen. Die Nachfrage nach Plätzen ist inzwischen groß, daher erhalten Kinder im Alter von fünf Jahren Vorrang. Nur wenn noch Plätze frei sind, werden auch jüngere Kinder aufgenommen.

Ein wichtiges Ziel ist es, die Familien und die Dorfgemeinschaften stärker in die frühkindliche Förderung einzubinden. Das Gorongosa Projekt bietet dafür monatliche Infotreffen an. Dabei spricht die ECD-Leitung Themen wie Hygiene, Ernährung, aber auch das gemeinsame Spielen, Empathie und elterliche Fürsorge an. Sie versuchen durch Hausbesuche insbesondere auch Väter zu ermutigen an dem Programm teilzunehmen, da Männer sich noch zu selten für die Bedürfnisse ihrer Kinder verantwortlich fühlen.