Über das Projekt
Die Hamburger Sommerschule organisiert seit 2012 pädagogisch begleitete Feriencamps für Kinder aus Hamburger Grundschulen. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler am Ende der zweiten Klassenstufe mit besonderem Sprachförderbedarf, sowie an jene, deren Eltern sich eine Urlaubsreise nicht leisten können.
Seit der Gründung des Vereins konnten rund 1000 Kinder an den Camps in Glücksburg an der Ostsee und im Reiterhof Lindenhof teilnehmen. Sie haben dabei nicht nur Lernrückstände aufgeholt, sondern auch neue Freunde gefunden, Akrobatik im Zirkuscamp geübt und Spaß beim Fußballspielen, am Strand oder mit dem Pflege-Pony gehabt. Für viele war dies der erste richtige Urlaub ihres Lebens: Je nach Kurs ein oder zwei Wochen zum Austoben und Auftanken, die die Motivation beim Lernen und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken sollen.
Sommerferien statt Sommerlücken
Während ihre Klassenkameraden Urlaubsreisen machen und sich vom Schulalltag erholen, bleiben manche Kinder während der Sommerferien sechs Wochen lang komplett zuhause. Allzu oft verbringen sie dann sehr viel Zeit mit Medienkonsum. Studien belegen, dass sich der Wissensabstand zwischen Kindern aus bildungsnahen und Kindern aus bildungsfernen Familien in jeden Sommerferien vergrößert. Hier setzt die Hamburger Sommerschule mit ihren Feriencamps und der Deutschförderung seit nunmehr 13 Jahren erfolgreich an. Die Auswahl der passenden Kinder erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Klassenlehrerinnen und -lehrern.
2024 fanden vier Lerncamps im Waldschulheim Glücksburg statt, davon drei im Sommer und eines in den Herbstferien. Die Kinder übten fleißig für ihre eigene Zirkusshow, sie schrieben kleine Artikel für die Campzeitung und arbeiteten morgens im Deutschunterricht an ihren Erinnerungsmappen. Die Gruppen wanderten durch das Naturschutzgebiet, badeten in der Ostsee, besichtigten Schloss Glücksburg und sangen gemeinsam auf einer Nachtwanderung mit Laternen. Besonders gut gefallen hat ihnen das gemeinsame Grillen und der Partyabend, wie der Evaluationsbericht verrät.
Auch 2025 hat die Sommerschule wieder Lerncamps in Glücksburg angeboten. In den Sommerferien fanden vier einwöchige Programme statt, im Herbst wird es ebenfalls noch ein einwöchiges Camp geben. Wir werden darüber bald berichten.
Nach dem Sommercamp erleben wir Kinder, die in ihrer Persönlichkeit gestärkt zurückkommen.
Wegen der hohen Beteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund hat die Sommerschule die Zusammensetzung der Betreuer-Teams angepasst. Im Herbstcamp 2024, das mit 44 Anmeldungen die geplanten 30 Kinder deutlich übertraf, hatten von den sieben in Vorbereitungsworkshops geschulten Betreuerinnen und Betreuer die meisten selbst einen Migrationshintergrund - was hilfreich war.
Eine erfolgreiche Neuerung 2024: Die Betreuerteams durften im zweiten und dritten Sommercamp die Zirkus-Übungsstunden und die Zirkusshow mit den Kindern erstmals selbst durchführen. Das hat allen großen Spaß gemacht. Bisher war dafür die Zirkusschule "Tribühne" engagiert, die ein externes Team mitbrachte. Auch 2025 wird die selbstorganisierte Zirkusschule in den Camps beibehalten und abschließend erneut bewertet.
Kritische Beobachtungen der pädagogischen Mitarbeiterinnen: Die Kompetenzen der teilnehmenden Kinder im Bereich Schreiben werden schwächer, auch die Lesefähigkeit unterscheidet sich zwischen manchen Kindern gravierend. Die Konzeption des Deutschunterrichts in den Camps soll entsprechend angepasst werden.