ÜBER DAS PROJEKT
In Hamburg sind mindestens 3.700 Menschen wohnungslos, bundesweit mehr als 47.000 (Stand 2024). Viele von ihnen erfahren Ausgrenzung und leiden unter sozialer Isolation. Mit verschiedenen Projekten will der Verein StrassenBLUES das Recht auf soziale Teilhabe jener, die auf der Strasse leben müssen, ausbauen. Ein ganz neues Projekt ist "StrassenTandem". Es ermöglicht gemeinsame Kultur-Erlebnisse für obdachlose und nicht-obdachlose Menschen.
StrassenTandem - ein Perspektivwechsel für beide Seiten
Die Idee der Begegnung auf Augenhöhe macht das Projekt StrassenTandem besonders. Fünf verschiedene Tandems aus jeweils einer obdachlosen und einer nicht-obdachlosen Person treffen sich mehrmals im Laufe des Jahres 2025 für gemeinsame Besuche von Kinofilmen, Ausstellungen, Theateraufführungen oder auch einfach für Gespräche bei Kaffee und Kuchen im Café.
Die gemeinsamen Erlebnisse der Tandem-Partner und ihre Gespräche verschaffen beiden Seiten Einblicke in die Lebensumstände des anderen. Mit Glück ergibt sich aus einem guten "Match" sogar eine festere soziale Bindung - die wiederum Impulse für weitere gesellschaftliche Veränderungen aussenden kann.
Herausfordernd für das Projekt ist die oft labile mentale und körperliche Verfassung der Obdachlosen, insbesondere dann, wenn sie schon lange auf der Straße leben. Zu den Treffen der StrassenTandems müssen die Teilnehmenden beiderseits nüchtern sein, der Konsum von Alkohol oder anderen Drogen ist ein Ausschlusskriterium.
An Engagement unter den Nicht-Wohnungslosen mangelt es nicht. Bei StrassenBLUES haben sich für das soziale Projekt viele Freiwillige gemeldet. Treffen zum Kennenlernen mit den jeweiligen Tandem-Partnerinnen fanden zum Beispiel bereits in der Titanic-Ausstellung und im Kino statt.