ESWATINI Litsemba - Hoffnung für notleidende Waisen

Unter anderem durch Gesundheitsvorsorge mit mobilen Ärzteteams

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Über das Projekt

"Litsemba" ist seit 2015 eines der Herzensprojekte der Kinderbuchautorin Kirsten Boie. Es wird von ihrer eigenen Möwenweg-Stiftung, der Thomas-Engel-Stiftung und der Kindernothilfe getragen. Litsemba hilft etwa 3000 notleidenden Kindern Eswatinis an 104 Standorten mit Mahlzeiten und frühkindlichen Bildungsangeboten. Für die medizinische Grundversorgung gab es bis vor zwei Jahren nur ein Fahrzeug für ein mobiles Ärzteteam, was bei weitem nicht ausreichte.

Hoffnung für die Schwächsten

Litsemba bedeutet übersetzt „Hoffnung“. Die brauchen Familien und verwaiste Kinder in Eswatini dringend. Die humanitäre Lage in dem südafrikanischen Land ist seit vielen Jahren alarmierend. Die Hälfte der Bevölkerung von Eswatini lebt unter der Armutsgrenze, jedes fünfte Kind wächst ohne seine Eltern auf, doch Plätze in Waisenhäusern gibt es nur für die wenigsten. Eswatini weist zudem eine der höchsten HIV-Raten weltweit auf - eine Hauptursache für die hohe Sterblichkeit.

Aus dieser Notlage heraus entstand die Idee der Neighbourhood-Carepoints (NCPs). An den Versorgungs-Standorten erhalten Kinder aus der nahen Umgebung, die ohne Eltern aufwachsen oder unter schwierigen Bedingungen leben, tägliche Mahlzeiten und eine pädagogische Betreuung. Organisiert wird das Projekt von elf festangestellten, qualifizierten einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Distrikthauptstadt Nhlangano. In den NCPs kümmern sich über 500 ehrenamtliche Betreuerinnen um das Wohlergehen der Waisenkinder - und sogar auch um bedürftige Verwandte, die zu den Waisen gehören. So versucht man, ein unterstützendes soziales Umfeld zu schaffen, das den Kindern mehr Sicherheit und Geborgenheit bietet.

Im pädagogisch angeleiteten Vorschulkindergarten werden Kinder zwischen zwei und sechs Jahren spielerisch auf den Grundschulbesuch vorbereitet. Sie erhalten hier täglich eine warme Mahlzeit und in den Wintermonaten warme Kleidung. In Zisternen sammeln die NCPs Regenwasser für die Trinkwasserversorgung.

Mobile Ärzteteams erreichen auch entlegene Dörfer

Mit der Unterstützung der Alexander Gruner Stiftung konnte die Projektleitung von Litsemba 2023 ein weiteres Geländefahrzeug anschaffen und zusätzliche medizinische Ambulanzteams aufbauen. Dadurch wird die ärztliche Versorgung der NCPs in den abgelegenen Regionen glatt verdoppelt.

Das medizinische Personal verabreicht den Kindern wichtige Schutzimpfungen, Vitamin- und Entwurmungspräparate. Seit kurzem gibt es auch mehrere ausgebildete Augentesterinnen, die in den Communities bei Kindern und Erwachsenen die Sehschärfe prüfen. Eine amerikanische Hilfsorganisation spendet die benötigten Brillen. „In dieser Gegend, wo man bisher nirgendwo eine Brille sieht, kommt das einer Revolution gleich“, freut sich Frau Boie.